Das Freiraumkonzept „Grüner Anger“ soll den Kirchenplatz durch eine gezielte Neugliederung revitalisieren und einen lebendigen, grünen, urbanen Raum gestalten.
Im Rahmen dieser Konzeptidee wurden 3 Varianten erarbeitet, es werden die Stellplatzflächen an die Ränder des Platzes verlegt, um eine einladende Atmosphäre und einen naturnahen, multikodierten Stadtraum zwischen Kirche und Wohnbebauung zu schaffen. Ein grüner Anger bildet das Zentrum, in dem Sichtbezüge zwischen Kirche, Pilgerbrunnen und der markanten Marktstraßenbebauung erfahrbar werden.
Klimaschutz, Klimaanpassung und Naturschutz: Ein zentrales Element des Konzepts ist die Entsiegelung von Flächen, um ökologische Vorteile zu realisieren. Derzeit ist die Platzfläche so gut wie vollständig versiegelt, es existiert jedoch ein wertvoller Baumbestand. Durch die Verwendung wasserdurchlässiger, heller Beläge (Ökopflaster, wassergebundene Wegedecke mit Stabilisator und Rasenpflaster), die Schaffung von Grünflächen, den Sicherung und Erhalt von Bestandsbäumen sowie die Neupflanzung von Klimabäumen werden eine Verbesserung des Mikroklimas, die Resilienz des Wasserhaushalts und eine Steigerung der Aufenthaltsqualität angestrebt. Die geplante Entsiegelung beträgt 53 % im Vergleich zur bisherigen Versiegelung.
Der Bestand umfasst 11 vorhandene Bäume, während 28 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Die neuen Grünflächen bestehen aus gemischten Stauden- und Gräser- flächen, gemischten Hecken, blütenreichen Wiesenflächen sowie Kräuter-Rasenflächen.
Schwammstadt: Durch die Gefälleausbildung von den Gebäuden weg in Richtung des grünen Angers in der Mitte entsteht ein Rückhaltevolumen für Extremniederschlagsereignisse. Bei passenden Bodenverhältnissen ist hier auch eine Versickerung möglich. Durch die Ausmuldung der Rasen- und Beetflächen und eine breite Stufe zur Promenade wird das Rückhaltevolumen sichtbar gemacht, während die Wegeflächen unbeeinträchtigt bleiben. Ein Überlauf mit Anschluss an die Kanalisation in der Klosterstraße kann vorgesehen werden. Grünflächen können in der heißen Jahreszeit mit gesammeltem, gereinigtem Regenwasser aus einer Zisterne bewässert werden, die mit Wasser von den Kirchendachflächen befüllt wird. Die Neugestaltung umfasst neue Baumpflanzungen, die gegebenenfalls unter Verwendung von Baumrigolen für die Verbesserung der Wurzelbedingungen zur Ausführung kommen können.


